Freiheit im Leben

Wir alle haben nur ein Leben – egal, ob wir arm oder reich sind oder wo wir wohnen. Und mich macht es wütend, dass viele von uns nicht frei über diese Zeit entscheiden können.

Ein Beispiel: In Deutschland arbeiten viele Leute die ganze Woche und können trotzdem nicht davon leben. In diesen Fällen sagen Unternehmen ernsthaft zu einem Menschen: “Gib uns jede Woche 38 Stunden deiner Lebenszeit, aber wir geben dir dafür nicht genügend Geld, dass du davon leben kannst.”
In unserem reichen Land kann es passieren, dass man sein Leben mit Arbeit verbringt und es trotzdem nicht zum Überleben reicht. Das geht gar nicht, wir sind mehr wert!

Die SPD hat mit dem Mindestlohn schon einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Vier Millionen Menschen hatten direkt mehr Geld in der Tasche. Aber der Mindestlohn muss endlich rauf auf 12,50 Euro. Denn erst dann, kann man von einer Vollzeitstelle leben. Und das muss der Mindestpreis für unsere Lebenszeit sein.
Ähnlich ist es mit der Grundrente. Auch ein großer Erfolg der SPD! Aber noch kein ausreichender Erfolg für viele Rentnerinnen und Rentner, die im Leben viel gearbeitet, Kinder großgezogen und ihre Angehörigen gepflegt haben – und jetzt trotzdem nicht über die Runden kommen. Darum will ich, dass wir die Grundrente ab 2021 deutlich verbessern.

Frei entscheiden zu können, was man mit seiner Lebenszeit macht – dazu braucht es Geld. Das allein reicht aber nicht.

Auch Normal- und Gutverdienende können nicht so frei über ihre Zeit entscheiden, wie es möglich wäre.
Stichwort Homeoffice: Vor Corona haben viele Unternehmen gesagt: “Das geht nicht, das machen wir nicht.” Heute zeigt uns die Krise sehr klar, wie gut das funktionieren kann. Nicht in allen Jobs, aber in vielen.
Dabei geht es nicht darum, dass wir Hauptsache mit dem Laptop zu Hause sitzen. Es geht darum, dass wir alle Familie und Freunde haben, mit denen wir Zeit verbringen wollen. Wir haben Hobbys, Leidenschaften und Ehrenämter – Dinge, die uns im Leben wichtig sind. Zu oft leiden diese Dinge, aber unnötig (!) unter starren Regelungen bei der Arbeit. Zum Beispiel verschwenden wir eine, manche zwei Stunden auf dem Weg zur Arbeit an Tagen, an denen wir die Arbeit auch gut von zu Hause aus erledigen könnten. Oder wir sitzen eine Stunde im Büro und warten auf eine E-Mail, was ebenfalls leicht von zu Hause aus machbar wäre.

Darum ist mir eins ganz wichtig: Ein Recht auf Homeoffice für alle, bei denen es möglich ist. Arbeit muss zu unserem Leben passen, zu unseren Familien, zu unseren Leidenschaften und Ehrenämtern.

Dass Homeoffice heute in vielen Jobs möglich ist, liegt am technischen Fortschritt. Die Digitalisierung bietet uns viele Chancen, sie erhöht aber auch den Stress bei der Arbeit.

Noch vor wenigen Jahrzehnten saßen wir im Büro an Schreibmaschinen. Heute haben wir alle kleine Hochleistungsrechner in der Hosentasche. Damit sind wir viel produktiver, was sich aber bisher kaum irgendwo zu unseren Gunsten niedergeschlagen hat. Und mit unseren Handys sind wir auch ständig erreichbar. Viele Leute auch nach Feierabend, die dann oft nicht mehr abschalten können und das führt in immer mehr Fällen zu Stress, der über kurz oder lang krank macht.
Auch im 21. Jahrhundert muss es einen Feierabend geben. Darum bin ich für klare Regeln für unsere moderne Arbeit. Außerdem muss es sich endlich in unserer Arbeitszeit und unseren Löhnen widerspiegeln, dass wir produktiver geworden sind. Das Ziel muss in vielen Branchen sein,
dass man auch von einer 30-Stunden-Woche anständig leben können muss.

Denn: Wir haben nur dieses eine Leben und über das wollen wir frei bestimmen. 

Sicherheit im Wandel

Viele Leute fühlen sich ohnmächtig angesichts der Corona-Krise, des Klimawandels und der Digitalisierung. Als Bundestagsabgeordneter will ich in diesen unruhigen Zeiten Sicherheit für alle schaffen und Grund zur Hoffnung geben. Hoffnung, weil ich weiß, dass wir diese Herausforderungen gemeinsam meistern können. Ich selbst erlebt habe, wie viel ich gemeinsam mit anderen bewegen kann.

In der Pandemie erkennen wir die Fehler in unserem Gesundheitssystem. Beheben wir sie! Bezahlen wir Pflegekräfte endlich besser und entlasten sie bei ihrer Arbeit. Dann sind auch noch Leute da, die diesen schönen Beruf ausüben wollen, wenn wir einmal pflegebedürftig werden. Und machen wir komplett Schluss mit dem Profitdenken, wenn es um die Gesundheit geht: Wer krank ist, muss bekommen, was sie oder er braucht, um wieder gesund zu werden.
In Corona-Zeiten haben inzwischen auch Normal- und sogar Gutverdienende Existenzangst. Knüpfen wir ein Sicherungsnetz, in das jeder weich fallen kann und das allen hilft, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Statt einschüchternder Bürokratie auf den Ämtern brauchen wir staatliche Angebote, die jedem Schutz und Chancen bieten. Das heißt:
weg von Hartz IV, hin zum Bürgergeld. Setzen wir die Kindergrundsicherung sowie eine verbesserte Grundrente durch, um die Kinder- und Altersarmut in unserem Land zu beenden. Und schaffen wir Weiterbildungsmöglichkeiten, die unsere Wirtschaft braucht und die greifen, bevor Leute ihren Job verlieren.

Der Klimawandel ist vor allem eine wirtschaftliche Frage. Nutzen wir die Gelegenheit und machen wir unsere Wirtschaft nicht nur umwelt-, sondern auch menschenfreundlicher. Die Interessen der MitarbeiterInnen und  VerbraucherInnen brauchen Gewicht in unserer Produktion. Dazu gehören flächendeckende Tarifverträge und ein Mindestlohn von 12,50 Euro. Dazu gehören geradlinige Arbeitsverträge, statt bizarrer Konstruktionen mit Leih- und Werkverträgen über Sub-Sub-Sub-Unternehmen. Dazu gehört, dass wir beim Einkaufen sofort erkennen können, unter welchen Bedingungen Lebensmittel und andere Produkte hergestellt worden sind. Artikel, bei deren Herstellung Menschenrechte verletzt worden sind, haben in unseren Regalen nichts verloren.
Die nötigen technischen Innovationen, um unser Land nachhaltig zu machen, können mehr Arbeitsplätze schaffen, als sie vernichten. Gerade im Erfinderland Baden-Württemberg. Lasst uns jetzt die Rahmenbedingungen dafür schaffen! Damit alle einen guten Job bekommen, muss man sich ein Leben lang sinnvoll weiterbilden können. Hierfür ist ein
Rechtsanspruch auf Weiterbildung entscheidend.

Die Digitalisierung wird ein Fortschritt für alle, wenn wir als Staat klare Regeln festlegen – und nicht die Internetkonzerne in den USA. Wir alle müssen zu jedem Zeitpunkt die volle Kontrolle über unsere Daten im Netz haben. Wer digital hetzt und beleidigt, muss endlich genauso bestraft werden wie Täter auf der Straße.
Mit neuen Innovationen aus dem Ländle müssen wir die Digitalisierung aber auch nutzen, unseren Wohlstand auszubauen. Wichtig ist dafür auch hier, dass alle sich leicht und sinnvoll weiterbilden können. Mit einem
Recht auf Homeoffice können wir Arbeit außerdem flexibler gestalten, damit wieder mehr Zeit für Familie und Freunde bleibt. Dafür braucht es schnelles Internet in jeder Ecke unserer Landkreise. Das heißt: Glasfaser in allen Gemeinden. Außerdem brauchen wir dringend stabilen Handyempfang. 

Anschluss für Zollernalb und Sigmaringen

Wusstest Du, dass der Zollernalbkreis die zweitschlechteste LTE-Abdeckung (das ist die Abkürzung für brauchbaren Handyempfang) in ganz Deutschland hat? Den letzten Platz – Du hast es geahnt – belegt Sigmaringen.

Das ist kein Zufall! Das ist das erwartbare Ergebnis neoliberaler Politik. Das musste genau so kommen, wenn man wie die Union den Handyempfang nach Wirtschaftlichkeitskriterien organisiert. Wirtschaftlich rechnet sich das bei uns auf dem Land nämlich nicht. Wirtschaftlich rechnet sich bei uns vieles nicht: zum Beispiel der Nahverkehr und die medizinische Versorgung usw.

Wir auf dem Land haben aber Anspruch auf schnelles Internet, brauchbare Bus- und Zugfahrpläne und ÄrztInnen wie alle anderen! Ich will mit der SPD diese Ansprüche für uns durchsetzen. Gesundheit, Internet und Mobilität sind keine Waren, die man dem Markt überlassen darf, sondern Grundrechte. Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben, aber dank unserer Industrie haben wir das Geld. Und ÄrztInnen, Internet und Busse sind auch Faktoren, die unseren Wirtschaftsstandort stärken.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie bescheuert es ist, wenn man in Dautmergen oder Oberschmeien nicht mit dem Handy telefonieren kann. Wie einschränkend, wenn man im Haus kein schnelles Internet hat, weil noch keine Glasfaserkabel verlegt sind. Wie frustrierend es ist, wenn man ohne eigenes Auto nicht aus dem Dorf kommt. Das will ich zusammen mit Dir lösen. Also schreib mir unbedingt, wenn Du ein Problem, eine Idee oder eine Lösung hast!

Im Moment beschäftigt mich eine Sache besonders: Nachdem die Geschäftsführung der Firma Zollern vor Weihnachten aus dem Tarifvertrag ausgestiegen war und dann die neuen Verhandlungen platzen gelassen hatte, haben sie jetzt völlig aus dem Blauen heraus angekündigt, die Kantine zu schließen, ohne auch nur irgendeine Lösung gesucht zu haben. Die Kolleginnen und Kollegen bei Zollern, die der Geschäftsführung mit Gehaltsverzichten schon sehr entgegengekommen sind, verdienen einen anständigen Tarifvertrag, einen anständigen Umgang und ihre Kantine. Und sie verdienen unsere Solidarität!
Meinen Leserbrief zu dem Thema findest Du hier: Leserbrief .